Gone East II – gemeinsame künstlerische und ästhetische Erfahrungen

Die nächste documenta steht unter dem Motto „Zusammenarbeit“ und wird erstmals in der sechzigjährigen Geschichte der Weltkunstausstellung von einer Gruppe, dem indonesischen Künstler*innenkollektiv ruangrupa, kuratiert. Ein Grund mehr, auch im Rahmen meiner Gastprofessur für die Didaktik der Bildenden Künste (in Vertretung Sara Burkhardts) an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle (Salle) ein kunstdidaktisches Seminar zum Thema „Kollaborative Kreativität“ anzubieten. 

Im Seminar fragten auch wir ausgehend von künstlerischen Beispielen und eigenen Erfahrungen nach den Formen und Funktionen von Zusammenarbeit in kreativen und künstlerischen Prozessen. Wir erprobten und erfanden Methoden und Formate kollaborativen künstlerischen Handelns, suchten nach Worten, um diese zu beschreiben, und entwickelten eigene Ideen und Konzepte für den Transfer in kunstpädagogische Kontexte. 

Praktische Erprobungen begleiteten das Seminar. Sie mündeten – in Kooperation mit dem BURG-Studiengang Spiel- und Lerndesign – in der gemeinsamen Entwicklung und Durchführung eines kollaborativen kunstpädagogischen Settings für eine Gruppe aus der BurgKita. In drei aufeinander aufbauenden Phasen ermöglichten die Studierenden den Kindern Berührungen und Bewegungen mit Farbe, Körper und Material – eine eindrucksvolle ästhetische Erfahrung für alle Beteiligten. Vielen Dank an Prof. Karin Schmidt-Ruhland, die Leiterin des Studiengangs Spiel- und Lerndesign, für die Einladung zu diesem aufregenden Experiment!

Wie sich herausstellte, war die Planung eines 90minütigen Angebots für Kindergartenkinder eine große, aber auch besonders lehrreiche Herausforderung für die Teilnehmerinnen, die die sich in ihrem Kunststudium eigentlich auf die Lehre an Gymnasien und Gesamtschulen vorbereiten. Sie erfuhren sich selbst als Seminargruppe in einem gemeinsamen kreativen Prozess, konnten die Herausforderungen und Potentiale gemeinsamen kunstdidaktischen Handelns aus der Praxis heraus vertiefend reflektieren sowie aus der fast schon existentiellen Erfahrung mit den ganz Kleinen wichtige Schlüsse für ihre spätere Arbeit mit älteren Schüler*innen ziehen.

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